Marckolsheim

Das Elsass. Du bist doch da aufgewachsen, sagte meine liebe Freundin L. Lass uns dorthin fahren für ein paar Tage. Chillen in einem schönen großen Haus, Ausflüge machen, es uns gut gehen lassen.

Das Elsass. Ich wuchs in Kehl an der Grenze zu Frankreich auf, Straßburg war über eine Brücke über dem Rhein zu Fuß zu erreichen, neuerdings gibt es die Passerelle, da ist der Fluss noch leichter zu erreichen. Um ehrlich zu sein, waren wir nicht oft „drüben“ – es ist vielleicht so ähnlich wie Frankfurter*innen nicht allzu oft nach Offenbach fahren oder Kölner nach Düsseldorf oder die Nordfriesen nach Dänemark. Hinterher bereut man es, dass meine seine nähere Umgebung niemals so richtig erkundet hat.

Das Elsass. Ja, in Straßburg waren wir gelegentlich. Zum Shoppen und wegen der vielen guten Konzerte. Tatsächlich war ich mit am häufigsten „drüben“ von allen meinen Mitschüler*innen, einfach weil ich gerne zu Musikkonzerten ging. Ich hatte mal eine Zeit lang einen besten Freund, D., der mich gefühlt zwei Mal die Woche mit in die Laiterie oder andere Veranstaltungsorte mitnahm. Ich genoss. Zuvor hatte mich auch T. oft zu Musikveranstaltungen ins Elsass mitgenommen. Ich erinnere mich an das grandiose Festival Les Eurockéennes de Belfort im Elsass mit T., zwei Nächte (im Auto) kaum geschlafen, bis zu 30 Grad Hitze und mit Blur, dEUS, Oasis, The Cure, Supergrass, Jamiroquai, Paul Weller, Alliance Ethnik, Silverchair und vielen mehr.

Das Elsass. Ich erinnere mich auch an drogengeschwängerte Nächte auf einer Hütte in Dambach, zwei Mal fuhren wir das, in eine Herberge mitten im Wald, Tradition der Einstein-Schüler*innen (Gymnasium in Kehl), ohne Lehrer, der Jahrgang war fast geschlossen da. Ich erinnere mich an meinen ersten Joint mit 18, viel Alkohol, tiefe Gespräche und ganz viel Spaß.

Das Elsass. L. suchte sich also eine schöne Villa aus, mit ganz viel Garten (oder auch Park zu nennen), das war 2015. Und lud ihre engsten Freund*innen ein. Nicht alle kamen, aber der harte Kern schon. Und es wurde toll. Ich fühlte mich damals etwas gestresst, hatte eine kleine Schreibblockade. Doch als ich da ankam, fühlte ich mich befreit. Die Villa inspirierte mich und ich beschloss zu schreiben, einfach als eine Fingerübung. Gar nicht, um etwas zu veröffentlichen, sondern einfach nur, um wieder ins Schreiben zu kommen.

Und so begann die Geschichte rund um den Helene Blues, der wie ein Tagebuch zu sein scheint, aber natürlich etwas fiktionalisiert wurde. 😉 In diesem Beitrag sieht man ein bisschen von der Umgebung der Villa, vom Dorf Marckolsheim. Viele Bilder habe ich nicht davon geschossen …